Chico wurde am 21.03.2000 geboren und ihn habe ich mit 7 Wochen als meinen 2. Kater bekommen.
Jaaaa mit 7 Wochen von einer sogenannten Züchterin. In der Zeitung wurde er als Maine Coon angeboten für damals 500 DM. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht sehr belesen, was das Thema Züchter anging, Abgabealter von Kitten oder wie genau ein Kitten einer Maine Coon-Verpaarung auszusehen hat.
Diese Züchterin hatte sowohl richtige Maine Coons rumlaufen, als auch den Coon-EKH-Mix. Für die richtigen Coonies wollte sie natürlich unter einem Vorwand 600 DM haben. Da ich als Liebhaber darin aber keinen Sinn sah, nahm ich natürlich meinen rot/weißen "Coonie" mit :-)
Mal ganz davon abgesehen, dass mich diese Dame voll über den Tisch gezogen hat, habe ich das natürlich nie bereut, denn ich habe eine Katze bekommen, die für mich immer was ganz besonderes war.
Er hatte ein superliebes, zartes Wesen und wurde von mir oft mit Babyleinchen betitelt. Durch sein rot/weißes Fell wirkte er auch immer, als könne er kein Wässerchen trüben und hatte auch nur einen ganz zarten piepsigen Miauton. Von daher passte alles an ihm, immer wie eine kleine Babykatze zu wirken.
Mit Tommy war er ein Herz und eine Seele. Kein Körbchen war klein genug, um sich nicht mind. 1 x/Tag mit ihm zusammen da rein zu quetschen, um ein Nickerchen zu halten. Ich finde es immer wieder witzig anzusehen, welche Unbequemlichkeiten sich Katzen gerne freiwillig antun :-)
Chico war leider im klassischen Sinn kein Schmuser. Auf den Arm genommen zu werden konnte er gar nicht leiden aber dafür liebte er es gebürstet zu werden. Der Nachteil für mich dabei war nur, dass er dabei nie stillhielt, sondern die ganze Zeit rumlief, um sich nach Möglichkeit noch irgendwo sein Köpfchen zu schubbeln. Das kann nach einer Weile schon recht anstrengend werden ;-) Seine Zuneigung für mich kam dadurch zum Ausdruck, dass er mind. 1 x am Tag entweder auf meinem Bauch schlief oder an meiner Seite. Auch hat er gerne erzählt, was ich auch als ein schöne Katzeneigenschaft betrachte.
Dann kam der 11.07.2008 und bis dahin war Chico immer kerngesund...
Am frühen Abend bemerkte ich, dass er alle paar Minuten aufs Klöchen rannte und sich hinhockte. Da ich die Symptomatik schon von Robby kannte, war mir klar, dass es sich wohl um eine Blasenentzündung handelt. Kater eingepackt, in nächstgelegene Tierklinik, da schon nach normaler Sprechstundenzeit. Dort wurde der Verdacht anhand meiner Erklärung und Abtasten der Blase bestätigt. Spritze vor Ort, Medikamente für ein paar Tage mitgegeben. Am Sonntag vormittag war ich dann wieder dort, da zwischenzeitlich die Wirkung des Antibiotikums nachgelassen hatte und Chico wieder alle paar Min. aufs Klo rannte. Ergebnis dann nach Entnahme von Urin, starke Blasenentzündung. Da er zu dem Zeitpunkt keinen Urin ablassen konnte, haben die ihn da behalten um einen Katheter zu legen. Man teilte mir mit, dass die Behandlung schon ein paar Tage dauern würde. Am Freitag darauf konnte ich meinen Kater als so gut wie geheilt abholen, er habe selbstständig Urin ablassen können und alles sei i. O. Wieder Medis mitbekommen und nachhaus. Am Samstag war ich dann wieder da, da er wieder nicht selbstständig urinieren konnte. Er wurde wieder stationär aufgenommen. Nach Rücksprache mit Rita und Recherche im Internet habe ich meinen Kater Montag nachmittag abgeholt und in die nächste Tierklinik gebracht. Dort musste ich dann hören, dass mein Kater auch noch völlig dehydriert sei und es nicht den Anschein machte, als hätten sie ihm mal eine Infusion gelegt. In dieser nächsten Klinik verbrachte mein Kater dann die nächsten 1 1/2 Wochen, festgestellt wurden dann Oxalatsteine, die so groß waren, dass sie nur mit operativem Eingriff entfernt werden konnten. Da der operierende Arzt noch im Urlaub war und die Kollegin den Eingriff nicht machen wollte, legten sie mir nahe, nicht länger zu warten und in eine andere Tierklinik zu fahren. Das hab ich dann auch gemacht und Chico wurde am nächsten Tag operiert. Während er noch auf dem Op-Tisch lag, rief mich der Arzt an und informierte mich darüber, dass sowohl Blase als auch Harnröhre befallen waren und klärte mich über das Risiko auf, dass es sein könne, dass die Naht in der Harnröhre nicht richtig schließe und somit noch eine Operation von Nöten sein könnte. Der nächste Tag brachte dann das traurige Ergebnis... Chicos Bauchraum war voll Flüssigkeit, seine Nierenwerte total im Keller und sein Allgemeinzustand natürlich dementsprechend, so dass er vor der nächsten Op erst wieder hätte stabilisiert werden müssen - sofern dies überhaupt geklappt hätte und wieder wären ein paar Tage ohne positive Entwicklung ins Land gegangen. Ich traf dann die Entscheidung, ihm nach guten 3 Wochen fast non-stop Klinikaufenthalt und fast 3 Wochen Katheter und Infusionen eine weitere Operation zu ersparen und ihm seine Ruhe zu schenken.
Man fragt sich natürlich anschließend immer, war das die richtige Entscheidung, hätte die nächste Op vielleicht alles zum Guten gewendet. Aber da muss jeder für sich seinen Weg finden und für mich war der gemeinsame Weg mit Chico an diesem Punkt zu Ende.
Fakt ist: Hätte die allererste Praxis die notwendigen Untersuchungen durchgeführt, um auf Oxalat-/Struvit-Steine oder Harngrieß zu testen, würde Chico heute noch leben. Stattdessen hat die damalige Ärztin über eine Woche vergehen lassen, ohne nur eine einzige weitergehende Untersuchung durchzuführen.
Wäre er von den Steinen befreit nachhause gekommen und hätte die entsprechende Ernährung erhalten, wäre mit der größten Wahrscheinlichkeit nie wieder dieses Problem aufgetreten.
Hierzu möchte ich auf das Thema Tipps hinweisen, wo ich näher auf das Thema Ernährung und Harngries eingehe.
Leider erst durch Chicos Erkrankung habe ich mich intensiv mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt. Vorher kam mir leider nie in den Sinn, dass so wie ich es handhabe, womöglich nicht der gesündeste Weg sein könnte, meine Katzen zu ernähren.
Und leider waren Chicos Leibspeisen, genau die Sachen, die die Erkrankung zumindest im theoretischen Sinne fördern können. Er hat für sein Leben gerne, Trofu, Katzinis, Sanabelle Thanks Snacks und lauter solch mehliges Zeug gefressen, was ja nur aus Mehlen und tierischen Nebenerzeugnissen besteht. Nafu war der geringere Anteil und das war zum damaligen Zeitpunkt ja auch nur in Supermarktqualität.
Noch guter Hoffnung, Chico gesund zurückzubekommen, habe ich dann während seiner Abwesenheit schonmal mit der Futterumstellung für meine anderen Katzen angefangen. Im Hinblick auf Schädlichkeit von Trofu (auch das angeblich dafür extra entwickelte urinary) bei einer Harngrieß bzw. Steinerkrankung, war für mich sofort klar, dass es ab dem Zeitpunkt kein Trofu mehr geben wird und anstelle dessen auch wirklich nur hochwertiges Nafu mit einem reinen Fleischanteil von mind. 40 %. Je höher, desto besser natürlich aber das ist bei späterer Futterumstellung eine Akzeptanzfrage. Ausführlicher unter Ernährung.
Trofu und alle Futtermittel mit hauptsächlich pflanzlich und tierischen Nebenerzeugnissen kann die Bildung von Harngrieß und Steinen fördern. Das ist natürlich immer nur ein "kann" und kein "muss". Es gibt auch Millionen Katzen, die mit der preiswerten Ernährung gesund alt werden. Nur wer einmal diese Erfahrung machen musste, geht wohl kein "kann" mehr ein.
01.08.2009

Mein Babyleinchen, nun bist du schon 1 Jahr nicht mehr bei mir und es vergeht kein Tag, an dem du nicht in meinen Gedanken bist... Ich vermisse dich aber ich weiß, dass es dir da, wo du jetzt bist, gut geht und du auf mich und deine Brüder wartest... Ich hab dich lieb mein kleines Katerchen!